Wir über uns

 

 

 

 

 

 

 

Das Reych Guntia befindet sich in der erfreulichen Lage, keine Nachwuchssorgen zu haben. Die Junkertafel ist sehr gut besetzt. In der Winterung a.U. 158/159 zählten wir 41 Ritter, vier Junker, sechs Knappen sowie vier Pilger. In seiner über 90-jährigen Geschichte hatte das Reych keine höhere Sassenzahl aufzuweisen.

Vor einigen Jahrungen bestand vorübergehend die Gefahr, unsere Burg im Untergeschoss der Berufsschule am Stadtbach aus feuerschutzpolizeilichen Gründen räumen zu müssen. Durch entsprechende bauliche Maßnahmen und technische Modernisierungen ist uns diese Sorge nun genommen.

Schon immer wusste die Guntia besondere Reychsausritte zu organisieren. Waren es in früheren Jahrzehnten der Ostgotenritt, der Ravenna-Ritt, die Palmeselritte, von denen unsere Senioren noch heute schwärmen, so findet diese „Tradition“ in gewisser Weise ihre Fortsetzung in den alle zwei Jahre von Ritter Mandolo vorbereiteten großen, mehrtägigen Ausritten mit unseren Burgfrauen und –wonnen. Besuche bei den hohen Reychen Berolina, Babenbergia und An der Klausen jeweils mit touristischem Begleitprogramm waren Höhepunkte im Sippungsgeschehen. Wohl einmalig und in mancherlei Hinsicht unübertrefflich war die „Wallfahrt“ zur Allmutter Praga im Lethemond a.U. 158. Neben einer prunkvollen Sippung, dem ergreifenden Besuch des Grabes von Franz Thomé sowie des Originalportals der ehemaligen Praga-Burg in der Stephansgasse blieb auch ein Besichtigungs- und Kulturprogramm in Prag in unauslöschlicher Erinnerung. Auch hierfür schulden wir Ritter Mandolo uhuhertzlichen Dank.

Die Ausrittsfreude und -intensität hat sich in den letzten Jahren in der Praxis auf relativ wenige Sassen reduziert. Vor allem die Jüngeren, Berufstätigen haben ihre Aktivitäten in dieser Richtung aus nachvollziehbaren Gründen eingeschränkt. Dennoch haben wir unsere „Spezialisten“, die intensiv Kontakte zu anderen Reychen in alle Himmelsrichtungen pflegen. So Ritter Schwätzerle, der durch profane Gegebenheiten häufig und in weit entfernten Gauen unterwegs ist. Ritter Clavino und Ritter Ewidur können fast wöchentlich mit zahlreichen Ausrittsberichten aufwarten. Es liegt nahe, dass in der Regel die unmittelbaren Nachbarreyche die bevorzugten Ziele sind.

Eine Besonderheit bildet unser „Guntia-Quartett“, bestehend aus den Rittern Vinyl, Ewidur und Poliboi. Auf den vierten Musicus wird bis heute „quartett“. Mit ihren musikalischen Beiträgen verleihen sie jeder Sippung, ob im eigenen Reych oder außerhalb, stets eine besondere Note. Sie treten immer wieder im Uhuversum als eine Art musikalische Botschafter der Guntia auf.

Wenn unsere Burg in der Berufsschule auch eine schlaraffische Heimat mit heimeliger Atmosphäre bietet, so ist sie doch für manche besonderen Anlässe zu klein. Ritterschläge, Uhubaumfeyern und in Ausnahmefällen auch Trauersippungen fanden und finden im Kameradschaftshaus der BWF in Offingen statt. Diese Festburg, um die uns andere Reyche beneiden können, stellt Ritter Frohloh in der Tradition seines profanen Vaters Ritter Laniculus zur Verfügung, ein unschätzbarer Freundschaftsdienst. Wenn diese Festburg aus welchen Gründen auch immer, einmal nicht zur Verfügung steht, ist ein Ausweichen ins benachbarte Klaiberhaus möglich, wohin Ritter Frohloh ebenfalls den Weg ebnet.

Fester, herausragender Bestandteil und Sippungsmagnet sind saure Zipfel, eine fränkische Spezialität, die einmal in der Winterung direkt aus Franken „importiert“ wird. Unser Ritter Sauerzipfl hat diesen allseits beliebten Brauch vor vielen Winterungen eingeführt, zwischenzeitlich ergänzt durch den „Guntiatoranstich“. Erstaunliches Niveau erreichen häufig auch die Sippungen zum Thema „Literaten“ oder „Wir und die Kunst“, bei denen oft unerwartete Perspektiven einen neuen Blick auf altbekannte Motive bieten.

Ein steter Höhepunkt und wohl auch ein Alleinstellungsmerkmal sind die jeweils im Brachmond stattfindenden Feuerfeyern (Sonnwendfeier) auf der Kammel-Insel unseres Reychsfeuerfeyerfestwirts Ritter Guasch und seiner Burgfrau Meisi. Die Sippungen im großen Festzelt sind eingerahmt von deftiger Atzung mit Gegrilltem, zahlreichen Beilagen und, nach der Feuerrede, in den letzten Jahrungen von Ritter Mandolo gehalten, mit abschließender Entzündung eines riesigen, hoch auflodernden Holzhaufens.

Für unser Reych sind alle Bedingungen gegeben, noch lange als kleines, aber feines Reych im Uhuversum fröhlich sippen zu können.